Josefine (UA)

Experimentelles Musiktheater 

Text von Björn SC Deigner nach Motiven von Franz Kafka, Komposition von Sagardía

Wie klingt ein Chor, die in sich ruhende Masse oder die vielgestaltige Menge im Zeitalter der Digitalisierung? Kafkas Erzählung „Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse“ bildet den Ausgangspunkt für ein experimentelles Musiktheater, in dem sich immer wieder die Stimmen der Vielen gegen die Einzelnen erheben. Es ist eine Suche nach Begegnungen, Mit-Sein und Widerstreit in einer immer unübersichtlicher werdenden Vielfalt von Welten, in denen die Regeln von Dialog, Wissen, Aneignung und Austausch längst von Medientechnologien bestimmt werden.

Aber ist es denn überhaupt Gesang? „Josefine“ vervielfältigt Töne, erzeugt elektro-akustische Klangabfolgen und versammelt einen 60-köpfigen Laienchor, 16 Mitglieder der Niederrheinischen Sinfoniker und vier Solisten des Musiktheaterensembles zusammen auf der Bühne, die selbst schon den Blick des Zuschauers zu verändern sucht. In der Uraufführung sind die musikalischen Versatzstücke Impulsgeber für immer wieder neue szenische Ereignisse, Videosequenzen und außermusikalischen Handlungen: „Josefine“ klingt jeden Abend anders.

„Josefine“ ist ein Musiktheater-Projekt,das von einem Team gleichberechtigt arbeitender Künstler realisiert wird und in Kooperation mit Laien-Chören aus NRW szenisch umgesetzt wird.

Die Produktion wird gefördert im Rahmen des Fonds experimentelles Musiktheater.*

*Das NRW KULTURsekretariat und die Kunststiftung NRW haben den »Fonds Experimentelles Musiktheater« (Fexm) 2005 eingerichtet, um kreative Köpfe aus der freien Szene mit den Potenzialen an den großen Musiktheatern in NRW zusammenzubringen – mit dem Ziel, gemeinsam zeitgenössische Musiktheater-Produktionen zu initiieren, zu erproben und zu fördern, die das Wechselverhältnis von Sprache, Musik und Theater-Raum neu befragen und experimentell erkunden. Bis Ende 2011 konnten insgesamt neun Uraufführungen realisiert werden, die zugleich das ganze Spektrum unterschiedlicher Ästhetiken, Formate und Arbeitsweisen des experimentellen Musiktheaters abbilden.»Josefine« ist die insgesamt zehnte Fexm-Produktion.

Die Förderer der Josefine